Mode, die Geschichte transportiert

Wir können es nur immer wieder sagen und Kritikern, die es für oberflächlich halten, damit begegnen: Mode ist ein wichtiger Teil des Lebens. Für jeden! Schließlich macht sich doch jeder – bevor er rausgeht – Gedanken darüber, was er trägt. Jeder weiß, dass er eine bestimmte Botschaft und Wirkung mit seiner Kleidung sendet: Will man aufreizend, seriös, zurückhaltend, schrill oder cool rüberkommen? Man sagt es eben mit der Kleidung. Müsst ihr doch zugeben. Und im Pott sagen wir meistens: Wir sind praktisch und lässig. Und das is‘ auch gut so!

Aber Mode kann noch viel mehr, Geschichten transportieren zum Beispiel. Das hat uns Alice von „I heart Alice“ am Freitag in Berlin ganz deutlich gezeigt. Denn die Bloggerin ist auch noch Designerin und hat ihre neue Kollektion präsentiert. Und wer die Story dahinter nicht kannte, der dachte sich erst mal: „Was soll das denn bitte?“ Denn die hübsche Münchenerin ist eigentlich bekannt dafür, dass sie nur schwarz trägt. In allen Varianten, aber immer aufregend. Die clevere Schlussfolgerung: Auch ihre Kollektion wird jetzt wohl nicht unbedingt bunt werden, nech. Gut, bunt war sie wirklich nicht, aber eben auch nicht nur schwarz. Zwei der Stücke sind doch tatsächlich gold! Und dann waren auch noch Haare verarbeitet und Stoffe, die aussehen wie Pflanzen. Ist die denn total verrückt geworden? Oder ist das schon wieder Kunst? Denn was Ästhetisches hatten sowohl die Kleider als auch die Models. Aber irgendwie auch wieder nicht. Ganz schön verwirrend! Was sagt denn die Designerin selbst dazu?

Genau das ist die Absicht, erklärt die Minimalistin. Denn hinter der Kollektion steht nicht die Absicht, alltagstaugliche Klamotten zu erschaffen, sondern sie erzählen eine Geschichte. Und zwar eine wirklich emotionale: „Fresh off the Boat“. Denn beide Elternteile der Bloggerin mit chinesisch-vietnamesischen Wurzeln sind als Teenager geflüchtet und haben teilweise grausame Erlebnisse verarbeiten müssen. Vor allem Alice Vater. Als die 24-Jährige für ihre Kollektion mit ihm sprach, brach er sogar in Tränen aus, erzählt sie. Unter anderem hat Alice die Erinnerungen ihres Vaters, dass viele anfingen, auf den Booten Pflanzen zu essen, in ihren Stücken verarbeitet. Und auch die Ambivalenz kann die Kreative mit dem Faible für oversized Kleidung erklären: Die Modebloggerin hat zwar extra ästhetische Models gewählt, hat sie aber so zurechtgmacht, dass sie aussehen, als kämen sie gerade von Bord: nasse Haare, wenig bis kein Make-Up und ein verbrauchter Look. Und dann macht die Kollektion doch richtig Sinn! Eine moderne und künstlerische Interpretation der Flüchtlingsgeschichte ihrer Eltern. Was Mode nicht alles kann! Großes Lob an Alice, die uns wirklich positiv überrascht hat und zeigt, wie stark die Botschaft sein kann, die allein durch Stoffe rüberkommen kann.

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8 thoughts on “Mode, die Geschichte transportiert

  1. Ich finde diesen Zugang zu Mode einfach toll … dass sie eine gesamte Kollektion auf diesen schrecklichen Erlebnissen ihrer Eltern aufbaut, zeugt davon, dass Mode mehr ist als Alltagskleidung, sondern eine Reflektion von Geschehnissen, ein Kunstwerk. Natürlich rennt draußen selten jemand mit einer Topfpflanze herum – es sei denn, man kommt aus dem Blumengeschäft – aber bei dieser Kollektion geht es darum nicht. Die Geschichte, dass ihr Vater nämlich geweint hat – dass er verstanden hat, was sie durch Mode sagen wollte, etwas, das als so gemeinhin oberflächlich gehändelt wird – finde ich wunderschön. Er hat durch die äußere Fassade hindurchgeblickt.

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    1. Das hast du richtig schön und treffend formuliert! Genau, Mode ist mehr als nur funktional, sondern eine Art, sich auszudrücken und auch Leute zu berühren. Und wir finden es super, dass es noch Leute gibt, die den künstlerischen Aspekt sehen und so etwas wertschätzen!

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  2. WOW! Was für eine beeindruckende Geschichte! Und großes Kompliment auch an euch, viele hätten glaube ich gar nicht so viel drüber nachgedacht oder eben sogar nachgefragt, sondern es einfach abgetan und vielleicht sogar verurteilt ohne die Bedeutung hinter der Kollektion zu begreifen.

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    1. Da hast du total recht!! Aber das kommt davon, wenn man aus dem Journalismus kommt, da hinterfragt man einfach alles 😀 Das kann aber auch vorteilhaft sein 😉 Und wir finden die Intention echt super!

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