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Als die Waage nur noch 50 Kilo zeigte …

„Hach, fünf Kilo runter wären echt schön.“ „Ein bisschen weniger geht immer!“ „Schatz, findest du, dass ich fett geworden bin?“ Bei vielen Frauen dreht sich eine nicht gerade unbedeutende Zeit des Lebens um das eigene Gewicht. Und auch viele Männer sind da nicht besser! Also sind wir mal ehrlich: Jeder von uns hat doch schon mal vor’m Spiegel gestanden und sich gedacht: „Da gibt’s noch was zu optimieren.“ Oder: „Wie würde ich wohl mit einem muskulösen Körper aussehen?“ Genau das habe ich vor einigen Jahren auch durchgemacht. Doch der Wunsch, seinen Körper ein wenig zu verbessern, endete darin, dass ich aus dem Abnehmwahn beinahe nicht mehr herausgekommen wäre. 

Es fing damit an, dass ich tatsächlich vor dem Spiegel stand und unbedingt ein paar Kilo abnehmen wollte. Ich war nicht wirklich dick, hatte zu der Zeit auch vier Mal die Woche Sport gemacht. Ich wollte einfach nur mal wissen, wie sich das anfühlt, richtig schlank zu sein. Größe 36 zu haben. Nicht mehr nur eine „normale Figur“ zu haben. Mein Ziel waren fünf Kilo weniger. Waren! Dieser eigentlich gar nicht ungewöhnliche Wunsch hat nämlich einiges ins Rollen gebracht. Von heute auf morgen änderte ich mein komplettes Essverhalten. Ich aß zum Frühstück ein kleines Stück Vollkornbrot mit Soja-Joghurt (den hatte ich vorher niemals angerührt!), achtete auf eine Kohlenhydrat-arme Ernährung, trank super viel Wasser und machte jeden Abend (wirklich JEDEN) 45 Minten lang Sportübungen für einen definierten Körper. Die hatte ich in der Shape gefunden und sie exzessiv praktiziert. Hatte ich ein Stück Torte bei Omas Geburtstag gegessen, wurden die Kalorien mit doppelt so vielen Übungen schön wieder abtrainiert. Morgens um 6 Uhr war Joggen angesagt. Auf leerem Magen natürlich. Verbrennt ja schließlich mehr Kalorien. Drei Monate vergingen. Drei Monate, in denen ich jeden Tag auf die Waage stieg. Und davon angespornt wurde, dass der Zeiger immer weiter nach unten ging. 18 Kilo schmolzen dahin. Bis nur noch knapp 50 Kilo an meinen Rippen waren. Auf einer Größe von 1,74 Meter. Klingt schon wenig? War mir aber nicht genug. Ich wollte unter die 50 Kilo! Warum? Das weiß ich heute auch nicht mehr. Das Ganze war wie eine Sucht. Ich bekam zu Beginn Komplimente, passte in alles, das ich in den Schaufenstern sah. Nur habe ich nicht gesehen, dass das gar nicht mehr schön aussah. Mein Po war komplett weggeschmolzen und statt 19 sah ich aus wie ein kleines Mädchen. Ich war gereizt, weil ich eigentlich immer Hunger hatte. Aber genau dieses Gefühl machte mich auf der anderen Seite auch stolz. Endlich war ich mal diszipliniert. Doch das Ergebnis sah nur noch erschreckend aus. Die Augen stachen hervor, die Wirbelsäule setzte sich am Rücken ab, die Beine glichen kleinen Stöckchen.

Dass die anderen mir sagten, ich sei zu dünn, dass ich fiese Kommentare auf der Straße hören musste – das alles habe ich ignoriert. Ich selbst sah mich immer noch nicht als dünn an. Da war immer noch etwas am Körper, das besser sein könnte. In der Zeit war ich gar nicht mehr ich selbst. Ich war den ganzen Tag lang damit beschäftigt, über’s Essen nachzudenken. Heute verstehe ich diesen Wahn nicht mehr. Die ganze Quälerei hat sich gar nicht wirklich gelohnt! Als ich dann mit meinen knapp 50 Kilo auszog, nach Dortmund ging, um dort zu studieren, konnte ich diese strikte Lebensweise nicht mehr durchziehen. Der Wendepunkt: eine anstehende Klausur, ein prall gefüllter Adventskalender und mein Verlangen danach. Ich aß die ganze Schokolade darin auf einmal auf. 24 Türchen. Dabei war gerade mal Anfang Dezember. Und wisst ihr was? Danach habe ich mich sau-gut gefühlt! Und habe dieses Gefühl dem Verlangen nach dem Dünnsein vorgezogen (auch mein Freund, den ich in der Zeit kennenlernte, hat mich wirlich auf die richtige Spur gelenkt). Klar achte ich auch heute noch ein wenig darauf, nicht total in die Breite zu gehen. Aber ich habe gelernt, dass man sich echt was gönnen muss, weil sonst die Lebensqualität leidet. Und ich fühle mich viel besser!

Trotzdem habe ich eine Zeit lang – nachdem ich wieder zugenommen hatte – keine Shorts oder kurzen Kleider mehr getragen. Ich habe mich nämlich (obwohl ich eigentlich wieder „klar denken“ konnte) wieder etwas zu pummelig gefühlt. Bescheuert, ich weiß! Dass ich gestern mit Andrea die Bilder in den Please-Shorts gemacht und mich dabei so gar nicht unschön gefühlt habe, gibt mir echt ein gutes Gefühl! Man muss einfach lernen, sich anzunehmen und mit kleinen Fehlerchen zu leben. Denn viele sehen die gar nicht! Und mit diesem Selbstbewusstsein, sich selbst schön zu finden, wirkt man auch nach außen schön. Das musste ich auch erst lernen. Jetzt weiß ich, dass ich, wenn ich wieder etwas runterhaben will, mit Sport und gesunder (nicht gar keiner!) Ernährung an mein Ziel komme. Und ich kann jedem nur raten: Lasst es langsam angehen und quält euren Körper nicht. Hat er nämlich so gar nicht verdient. Wünsche euch einen schönen Sonntag!

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Shorts: Please Fashion
Gürtel: Vanzetti
Shirt: Cotton Candy
Sneaker: H&M

30 thoughts on “Als die Waage nur noch 50 Kilo zeigte …

  1. das hier ist ein Beitrag, der mich wirklich berührt! es liegt so viel Ernst in deinen Worten und ich lesen auch ganz klar, dass du mit dieser Phase eine wirklich schwere Zeit hinter dir hast. und es ist umso schöner, dass du dort wieder heraus gefunden hast 🙂

    ich denke ganz klar, dass wir unseren Körper annehmen lernen müssen so wie er ist … wir haben alle andere Vorraussetzungen für unsere körperliche Form und deswegen können wir auch nicht alle wie das Modell xy aussehen. wichtig ist doch, dass wir vor allem gesundheitlich das beste aus uns selber machen, was möglich ist.

    gerade der weibliche Körper macht ständig so viele Veränderungen durch … es ist sogar ganz normal, dass wir über den Zyklus vertreilt 1- 3 kg mehr oder weniger haben. aber das heißt nicht, dass wir deswegen weniger schön sind!

    du schaust ganz fantastisch aus, meine Liebe!
    die allerliebsten Grüße!

    ❤ Tina
    https://liebewasist.wordpress.com/

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    1. Das ist total lieb, dass du das so siehst! Und dass ich vermitteln konnte, wie sich das angefühlt hat. Nicht gerade schön 😉
      Genau, da hast du eine super Einstellung! Das habe ich zum Glück mittlerweile auch verstanden. Und jeder hat andere schöne Seiten. Alles haben zu wollen ist utopisch und bringt uns auch nicht weiter. Gesundheit ist wirklich das Wichtigste.
      Das mit dem Zyklus ist natürlich auch richtig und hoffentlich nehmen das viele Frauen auch so an! Jeder hat seine schönen Seiten 🙂
      Ach danke, du Liebe, das höre ich echt gerne :* liebe Grüße an dich zurück!! ❤

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    1. Das ist super, super lieb von dir, vielen Dank! 🙂 Das stimmt, es hätte auch ganz anders ausgehen können … Aber es freut mich, dass ich mit dem Text auf etwas aufmetksam machen konnte. Danke für das liebe Kompliment! ❤

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  2. Ein toller Beitrag von dir! Das ist sehr bewegend und berührend, besonders weil wahrscheinlich jede Frau dieses Problem kennt, “ ich bin zu dick“ – obwohl es eigentlich nicht stimmt.
    Ich habe generell das Gefühl, dass auf uns Frauen ein höherer Druck liegt gut auszusehen und deshalb viele nicht kontrollieren können, wann es ungesund wird weiter abzunehmen.

    Liebe Grüße
    Tine

    http://fairytaleoflife.wordpress.com/

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  3. Du sagst es! Extreme sind einfach NIE gut. Ich bin auch absolut der Meinung, dass man sich manchmal etwas gönnen muss: etwas gutes für den Körper – oder doch eher für den Geschmackssinn. Hauptsache man fühlt sich damit gut.
    Der Text ist wirklich super und so ehrlich. Danke für’s Teilen 🙂
    💙 Ella

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  4. Gut dass du es alleine geschafft hast aufzuwachen, ich habe als ich jünger war eine ähnliche Phase erlebt.
    Ich freue much für dich und hoffe, dass eines Tages alle Frauen sich so annehmen wie sie sind!
    Du siehst übrigens toll aus!👍👍👍

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    1. Das ist super lieb von dir, vielen Dank! Ah ja? Das haben wirklich viele Frauen durchgemacht glaube ich. Aber gut, dass du auch nicht stecken geblieben bist 😉 Und du siehst auch super aus ❤

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