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Dinge, die man sich als Nicht-Mama nicht vorstellen kann

Young, fresh ’n wild – okay, wir wollen nicht übertreiben, aber unabhängig war ich bis vor Kurzem wirklich noch. Konnte im Grunde machen, was ich wollte. Ob ich jetzt selbstständig mit meinem eigenen Magazin bin, durch die Weltgeschichte reise, mir mit Freunden einen Wein nach dem anderen ins Glas gebe oder auch mal die Nacht um die Ohren schlage. War kein Problem und hat meinen Freund nicht gestört. Nach fünf gemeinsamen Jahren muss man ja auch nicht aneinander kleben. Tja. Jetzt ist alles anders. Denn jetzt liegt in der Nacht neben mir nicht mehr mein Freund, den es nicht stört, wenn ich später komme. Sondern ein kleines, süßes Wesen, das non-stop meine ganze Aufmerksamkeit braucht.

Früher konnte ich mir das nicht so recht vorstellen: den ganzen Tag mit einem Baby zu verbringen; Windeln wechseln (und ja, aus so kleinen Mäusen kommt mehr raus als man denkt!); alle paar Stunden füttern; waschen; eincremen; sich um jeden Blödsinn Sorgen machen (Was ist das für eine trockene Stelle auf der Haut? Neudodermitis? Wir müssen sofort zum Arzt! Nur eines von viiiieeeeelen Beispielen.); spielen, was das Zeug hält; einfach immer (und ich meine immer!) da sein. Nach vier Monaten ziehe ich das Resümee: Es ist nicht schlimm! Denn es ist mein eigen Fleisch und Blut. Das ich mit ganzem Herzen liebe! So sehr, wie man es als Nicht-Mama nur wage erahnen kann.

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Ich werde immer wieder darauf angesprochen, ob ich es nicht satt habe, als „Karrierefrau“ so oft Zuhause zu sein und Mama-Kram zu machen. Ganz ehrlich: nein! Denn die schönen Seiten habe ich oben gar nicht aufgezählt. Es gibt einfach Dinge, die man vielleicht vor dem Leben als Mama als lästig oder unzumutbar angesehen hätte. Die mich aber jetzt einfach glücklich machen (das hat die Natur sich schon gut ausgedacht, denn ohne diese Glücksmomente wäre das alles ja nur anstrengend und doof):

  1. Ich muss Verantwortung übernehmen und meine eigenen Interessen vorerst zurückstellen. Schlimm? Überhaupt nicht! Denn: Ich werde gebraucht. Und das ist ein super schönes Gefühl. Ich sehe, wie mein eigener Nachwuchs groß wird und kann stolz auf mich selbst sein, dass er so gesund ist und sich prächtig entwickelt. Und ich mir auf die Schulter klopfen darf. Ein besseres Gefühl gibt es gar nicht.
  2. Apropos eigene Interessen zurückstellen: Das gilt nur für einen bestimmten Zeitraum. Den man als Mama ja auch selbst bestimmen kann. Danach kann man eigene Ziele und Kind(er) ganz sicher unter einen Hut bringen. Die Einstellung zählt! Und gerade im ersten Jahr passiert so viel, da will man einfach nichts verpassen. Die Zeit geht schneller um, als man denkt. Ehrlich!
  3. Ich habe auch kein eingeschränkteres Leben. Sondern ein bereichertes! Man munkelt sogar, dass ich noch ausgeglichener wirke als früher. Und zufriedener. Ist auch so. Ich bin also noch dieselbe wie vorher. Nur etwas reifer vielleicht. Mit mehr Erfahrungen. Und weniger sensibel. Hallo, gestärktes Nervenkostüm! Ist doch was Gutes! Man lernt fürs Leben und ist belastbarer.
  4. Unsere Maus ist ein echtes Kichermonster. Er lacht über jeden Blödsinn. Ich hätte früher nie gedacht, dass ich mir mal so sinnfreie Lieder einfallen lasse, um den Kleinen zum Lachen zu bringen. Und auch, wenn ich früher dachte, dass ich nicht uuunbedingt als Comedian geeignet bin: Zumindest einer kann sich über meine Witze amüsieren. So richtig. Ich hab mich noch nie so gerne zum Depp gemacht. Ein kicherndes Baby, das sich am eigenen Lachen verschluckt und davon Schluckauf bekommt, ist aber die beste Rückmeldung. Könnt ihr mir glauben!
  5. Ich bin ein echtes Mädchen. Mag keinen Dreck und Gestank. Aber wenn der vom eigenen Kind kommt, ist das plötzlich nicht mehr so schlimm. Gut, am Anfang wollte ich die Maus am liebsten mit dem Wasserschlauch abspülen, wenn die ganze Windel voll war. Weil das aber ja nicht geht (warum eigentlich nicht?), muss man sich ja zusammenreißen. Und zum Glück kriegen die kleinen Pupser das ja auch irgendwann selbst hin. Wann können die noch mal aufs Töpchen?
  6. Man genießt jeden Moment und möchte ihn gerne festhalten. Denn die eine Phase (jaaa, es läuft alles in Phasen ab) geht viel zu schnell vorbei und man muss sie doch verewigen! Ich mache das am liebsten in Form von Videos. Der Kleine ist schon so genervt davon, dass er sich manchmal die Hände vors Gesicht hält oder sich wegdreht. Versteh ich gar nicht …
  7. Ich (und mein Freund natürlich auch) mache mir zwar Sorgen um meine Maus. Ist ja auch normal. Meistens verlassen wir uns aber auf unser Bauchgefühl. Das hat schon in der Schwangerschaft gut geklappt und tut uns allen jetzt auch sehr gut. Ab und zu habe ich dann aber doch meine „Helikopter-Momente“, die aber immer weniger werden. Zum Glück.
  8. Ich genieße die Zeit, in der der Kleine noch nicht weglaufen und sich wehren kann. Denn so kann ich ihn knuddeln und knutschen, was das Zeug hält. Dass man so süchtig nach einem sabbernden Wesen sein kann, hätte ich mir nicht ausmalen können. Ich bin einfach nur voller Liebe! Da sind die Nebenwirkungen (Schlafentzug oder ein matschiges Hirn) völlige Nebensache.
  9. Es ist so wichtig, dass man Unterstützung hat! Ich selbst bin zwar jemand, der von sich denkt, alles alleine wuppen zu können. Kann vielleicht auch stimmen. Dass dann aber der Partner, die Familie und Freunde da sind, hilft enorm. Sei es, dass sie mir mal ein paar Stunden Zeit zum Abschalten gönnen: Es hilft. Dass ich mich wieder auf meine Maus freuen kann. Dass ich einfach mal Dinge für mich tun kann (und wenn es nur ein Kaffee mit einer Freundin ist). Dass ich wieder neue Kraft tanken kann.
  10. Familie über alles. Habe ich früher belächelt, aber sie ist es doch, die am Ende zählt. Die an meiner Seite sind. Die man glücklich sehen möchte. Wenn man seine eigene kleine Familie hat, merkt man das erst so richtig. Versteht, warum die Eltern früher so gehandelt haben, wie sie es taten. Weil man nur das Beste für sein Kind möchte. Und nicht den einfachsten, sondern den richtigen Weg wählen möchte.

Bevor ich mich jetzt wieder verliere und ihr einen Roman lesen müsst, hör ich aber mal lieber auf. Obwohl ich noch zeilenlang so weitermachen könnte. Und zwar auch, weil der kleine Mann neben mir nörgelt. Der braucht nämlich Aufmerksamkeit. Ist ja gut, Mama kommt ja schon!

Wie ist das bei den Mamas unter euch? Merkt ihr, dass ihr euch verändert habt? Auch zum Guten? Sind auch welche unter euch, die keine Kinder wollen? 

 

12 thoughts on “Dinge, die man sich als Nicht-Mama nicht vorstellen kann

  1. Also, als Vater eines 28 jährigen Sohnes weiß ich aus Erfahrung, dass Frauen ohne Kinder ganz andere Vorstellungen vom Zuwachs haben, im besten Falle sehr romatisch und gerade gewordene Mütter (so wie du) ihr Glück, trotz der ganzen Arbeit, gerne mit jedem auf der Welt teilen möchten 😀 Dann sage ich mal, willkommen im Club der hormonmanipulierten Eltern 😉

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  2. Ich finde diesen Beitrag wunderbar! Man hört viel zu viele negative Dinge über Familie, Kinder und das Mutter-Dasein. Das sorgt für falsche Vorstellungen und beraubt viele Frauen dieses Wunders, ein Kind zu haben, weil sie sich nicht trauen und denken ihr Leben wäre „vorbei“ damit.
    Ich habe noch keine Kinder, möchte aber bald welche, und kämpfe selbst mit Zweifel und negativen Beispielen/Aussagen. Dieser Beitrag hat mich wirklich ermutigt! Toll, dass du es so siehst. Und du hast Recht, wenn du sagst, dass es auf die Einstellung ankommt. Danke dafür 😉

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    1. Ach, das freut mich sehr zu hören! Genau das wollte ich auch bezwecken 😉 Und ich verstehe total, dass man Ängste hat, aber die sind eigentlich unbegründet. Zwar muss man sich erst umstellen, aber das ist eine tolle Umstellung 😊 Das wird glaube ich jede Mama bestätigen! Ganz liebe Grüße an dich und alles Gute!

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  3. Oh, was für ein wundervoller Beitrag und so herrlich positiv. Das ein oder andere Mal habe ich ganz schön geschmunzelt und mich in deinen Worten wiedererkannt. Ich finde auch, Kinder sind eine wahre Bereicherung und der größte Schatz auf Erden.

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