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Sechs Monate Mama: Zwischen Baby-Liebe und eigenen Bedürfnissen

Wenn ich früher Mütter habe sagen hören: „Ich weiß gar nicht mehr wie es ohne mein Kind war“, habe ich innerlich immer mit den Augen gerollt. Hallo? Ihr habt jahrelang euer Ding gemacht, studiert, gearbeitet, was auch immer. Habt eure eigenen Ziele verfolgt. Und jetzt stellt ihr euer Kind über alles? „Das werde ich nie“, dachte ich. Jetzt, wo ich sechs Monate lang meine eigene Knutschkugel bei mir habe, will ich sie auch nicht mehr missen. Weil Kinder wirklich das Leben bereichern. Aber: Meine eigenen Bedürfnisse will ich trotzdem nicht komplett aus den Augen lassen. Und muss ich auch gar nicht.

Natürlich möchte man als Mama, dass es dem eigenen Kind so gut wie möglich geht. Man schenkt ihm seine ganze Liebe und Aufmerksamkeit. Aber seine komplette Zeit muss man seinem Baby trotzdem nicht geben. Denn Zeit für sich selbst und die eigenen Bedürfnisse muss sein! Dann ist man nämlich viel ausgeglichener und zufriedener. Nach sechs Monaten, in denen man sein Kind an eine gewisse Routine gewöhnt hat, sollte das auch drin sein.

Me-Time einräumen

Zum Beispiel lasse ich es mir nicht nehmen, in Ruhe zu frühstücken und meinen Kaffee zu genießen. Das weiß mein Kleiner mittlerweile auch. Wenn wir also aufwachen, bin erst mal ich dran. Mache mir ohne Hektik mein Müsli mit Früchten, lasse den Kaffee durchlaufen, kuschel mich unter meine Decke und mach es mir gemütlich. Solange spielt der kleine Mann in seinem Bettchen und schaut ab und zu rüber, kichert und spielt dann weiter. Perfekter Morgen, oder? Ich habe Zeit für mich und werde auch noch mit einem Lächeln begrüßt.

Wenn ich dann fertig bin, ist natürlich der Kleine dran. Bekommt seine Milch und die Aufmerksamkeit, die er auch bekommen sollte. Dann wird gespielt, bis der kleine Mann wieder müde wird und seinen (Vor-)Mittagsschlaf hält. Heißt: wieder Zeit für mich! Für Texte, für Blogbeiträge, für den Haushalt, für alles, was gerade ansteht. Natürlich muss ich mittlerweile jede freie Minute nutzen und den Tag gut organisieren. Aber es geht!

Kind und Karriere: keine Barriere!

Auch Kaffeedates oder Shoppingtouren sind kein Unding mit Baby. Rein in den City-Kinderwagen und los geht’s! Da kann man auch mal den halben Tag unterwegs sein. Meinem Kleinen macht das nichts aus. Und Mama ist happy, wenn sie sich selbst etwas Gutes tun kann. Man muss für sich selbst einfach die richtige Balance finden. So dass am Ende alle happy sind.

Genauso ist es auch bezüglich der Karriere: Ein Kind ist keine Barriere! Eines stimmt: Wenn man berufstätig ist und schwanger wird, muss erst einmal eine Pause eingelegt werden. Zumindest der Mutterschutz ist wichtig, damit Mutter und Kind genug Ruhe haben, sich nach der Geburt aneinander gewöhnen und ihre Routinen entwickeln können.

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Elternzeit oder wieder arbeiten gehen?

Ob man dann aber in Elternzeit geht oder wieder in den Job, bleibt einem selbst überlassen. Da sollte sich auch keiner einmischen oder beurteilen! Schließlich gibt es Möglichkeiten, um sein Kind gut unterzubringen, auch wenn man früh wieder in den Job einsteigt. Sind die Großeltern in der Nähe und haben Zeit, sich um das Kind zu kümmern, ist das eine mögliche Alternative, um beides zu vereinbaren. Die U3-Betreuung oder eine Tagesbetreuung sind andere Möglichkeiten.

Natürlich ist es hart, wenn man direkt nach der Geburt schon wieder arbeiten geht. Sei es, weil man es finanziell sonst nicht schafft, oder seine Stelle verlieren könnte oder sonstige Gründe hat. Erste Momente, wie das Lachen, das Rollen, das Plappern bekommt dann jemand Anderes zuerst mit. Auf der anderen Seite ist ein guter Job natürlich eine wichtige Grundlage für ein gutes Leben. Ich finde immer, dass eine Mama das selbst entscheiden muss. Solange genügend Liebe und Zeit für das Kind da sind, sollte das doch in Ordnung gehen, oder nicht?

Ich habe mich für ein Jahr Elternzeit entschieden

Ich muss gestehen: Ich selbst kann das nicht. Ich habe mich dafür entschieden ein Jahr in Elternzeit zu gehen und danach wieder eine Stelle anzunehmen (mehr dazu bald!). Um alle Momente mit meinem Kleinen genießen zu können. Das ist natürlich der große Vorteil: Ich bekomme alles mit. Und baue eine Verbindung zu meinem Kind auf.

Aber: Auch die Zufriedenheit im Job ist nicht unwichtig. Genau wie die finanzielle Unabhängigkeit. Sich auch mal selbst etwas leisten zu können. Nicht NUR für das eigene Kind zu leben. Ich denke, dass nach einem Jahr, in dem man jeden Moment des Kindes mitbekommt, man ab dann auch beides unter einen Hut bekommen kann. Denn: Kinder stehen nach einem Jahr im wahrsten Sinne des Wortes auf ihren eigenen Beinen und wollen die Welt erkunden. Laufen, rennen, toben, spielen, Blödsinn machen.

Und es ist doch kein Weltuntergang, wenn es das in der Tagesbetreuung oder der U3-Betreuung macht. Die Bindung zu den Eltern wird unter den paar Stunden, in denen sich das Kind schön austoben kann, nicht leiden. Wenn es am Abend mit Mama und Papa kuscheln und die ruhigen Stunden genießen kann, liebevoll ins Bett gebracht wird, morgens von ihnen geweckt wird und an den Wochenenden Ausflüge macht, schadet das ganz bestimmt nicht dem Familienleben.

Papa darf das doch auch

An die Mamas, die das anders sehen: Wenn Papa früh wieder arbeitet, meckert niemand. Auch das Kind nicht. Ist ja normal, dass Papa das Geld nach Hause bringt und Mama sich ums Kind kümmert. Schön und gut. Was aber, wenn man das als Mama vielleicht auch möchte? Hallo Neuzeit. Hallo Gleichberechtigung! Es heißt doch nicht, dass Mama ihr Kind nicht lieb hat. Hat Papa ja auch! Es heißt nur, dass Mama auch Geld verdienen und gefordert werden möchte. Oder vielleicht muss, um den Unterhalt vernünftig sichern zu können. Und wenn ihr Liebling tagsüber gut untergebracht ist, sich entwickelt und lernt, sind doch alle zufrieden. Ab dem Kita-Alter und in der Schulzeit sind die Kleinen doch auch in einer Einrichtung, die sie weiter fördert und sie mit sozialen Kontakten auseinandersetzen lässt.

Außerdem fixiert sich das Kind nicht zu sehr auf die Mama, sie nimmt eine ähnliche Rolle wie Papa ein. Das Kind ist sozialisiert, hat Abwechslung, freut sich vielleicht sogar mehr auf die Zeit mit Mama und Papa. Meine Meinung ist: Es spricht nichts dagegen, schon recht früh wieder in den Job zu gehen. Das stärkt das Familienleben doch nur noch mehr. Und wenn man sich nur noch auf sein Kind konzentriert und sich und seine Bedürfnisse völlig zurückstellt, bringt das keinem etwas. Die Kleinen sehen es dann als selbstverständlich an, volle Zeit und Aufmerksamkeit der Mama zu genießen. Und wenn es älter ist und dann doch selbstständiger wird, weiß man als Mutter vielleicht gar nichts mehr mit sich anzufangen. Oder andersrum: Das Kind kann sich nicht lösen.

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Respektiert die Entscheidung jeder Mama!

Natürlich muss das jede Mutter individuell entscheiden. Oder einen Mittelweg gehen. Eine Teilzeitstelle, oder nur sechs Monate Elternzeit (zum Beispiel, solange gestillt wird) sind Wege, dass man Zeit mit seinem Kind hat, aber ebenso seiner Karriere nachgehen kann, ohne dass einer der Bereiche leiden muss. In der Selbstständigkeit geht das im Grunde auch. Natürlich kann auch Papa in Elternzeit gehen. Oder man teilt sie einfach auf.

Kind und Karriere sind doppeltes Glück

Am Ende kann ich nur sagen: Einen einzigen richtigen Weg gibt es nicht. Und Kritik gibt es sowieso immer, egal, für welchen man sich entscheidet. Ich kann allen Karrierefrauen nur ans Herz legen: Der Wunsch nach Karriere schließt ein Kind nicht aus. Sollte es auch nicht. Es sorgt nur dafür, dass man etwas umorganisieren muss. Und wenn man am Ende beides vereinbaren kann, ist das doch das doppelte Glück!

3 thoughts on “Sechs Monate Mama: Zwischen Baby-Liebe und eigenen Bedürfnissen

  1. Ich persönlich finde es sehr gut, dass du ein Jahr daheim bleibst. Gerade das erste Jahr ist das Schönste und du würdest soviel versäumen. Das erste Mal Mama, die ersten Schritte und vieles mehr, Dinge die nicht wiederbringlich sind.
    Liebe Grüße und eine schöne Zeit mit deinem Liebling
    Sigrid

    Gefällt 1 Person

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