Pläne? Pustekuchen!

„Ich werde nach dem Studium ganz sicher in Hamburg arbeiten.“ „Ich werde sicher erst mit 30 Mama.“ „Ich werde mein Kind auf jeden Fall stillen.“ Alles Pläne in meinem Leben, die ich für sicher angesehen habe. Glaubt ihr aber, dass nur einer davon sich erfüllt hat? Nö. Denn Pläne sind nur die Theorie, viel wichtiger ist aber doch die Praxis. Und umgeschmissene Pläne bringen einen oftmals näher zum Glück als man vorher dachte.

Dass sich mein Plan, um jeden Preis Karriere als Journalistin zu machen, etwas nach hinten verschoben hat, habe ich euch ja schon mal erzählt. Es ist ja auch etwas viel Schöneres dazwischen gekommen. Was aber meinen Weg zum Glück keinesfalls unterbrochen hat. Im Gegenteil! Sondern mein Leben bereichert. Aber was auch klar ist als Mama: Mit Kind ist es schwierig zu planen. Vor allem, wenn es um die kindlichen Bedürfnisse geht. Denn die sind immer anders und völlig individuell.

Ich werde stillen! Von wegen …

So ist es vor allem beim Thema stillen. Denn so sehr man selbst das auch möchte, es gibt einige Hürden zu nehmen: Kann ich selbst überhaupt genügend Milch „produzieren“ (klingt nach Milchkuh, sorry!)? Verträgt mein Baby meine Milch? Halten meine Brustwarzen das aus? Und: Wie gut macht mein Baby mit? Letzteres war das größte Problem bei mir. Während der Schwangerschaft wurde mir immer überall eingebläut, dass das Stillen das Beste fürs Kind ist. Und dass ich es einfach MUSS! Es sei praktisch, günstig und anscheinend notwendig für mein Kind. Ich schreibe „anscheinend“, weil ich selbst als Zwilling ausschließlich die Flasche bekommen habe und (soweit ich das einschätzen kann, höhö) es hat mir keinesfalls geschadet. Aber gut, ich hatte den Plan zu stillen gefasst und wollte das auch so tun.

Dass aber die Hürden größer sind als man denkt, wurde einem natürlich nicht gesagt. Im Grunde klappte anfangs alles ganz gut: Milch war genügend da, das Anlegen funktionierte gut. Nur: Der kleine Mann hatte so gar keine Lust drauf. Länger als eine Minute war einfach nicht drin und er schlief ständig ein. Im Ernst? Trotz Versuch über Versuch über Versuch. Nichts da: Stillen war keine Option. Weil aber das Füttern mit der Flasche super klappte, musste ich also pumpen (wo wir wieder bei der Assoziation der Milchkuh wären). Yippie! Ach ja, was macht man nicht alles für sein Kind.

Was ist so falsch an Milchnahrung?

Aber auch dabei blieb es nicht lange. Denn dem Herrn war irgendwann auch meine Muttermilch zu bieder. Er bekam sogar Pickelchen davon. Und ich mühte mich ab: Pumpte, was das Zeug hielt; strich alles, was möglicherweise schlecht sein könnte, vom Speiseplan; trank fleißig zwei bis drei Liter Wasser am Tag. Der Dank? Der kleine Mann mochte immer nur noch die fertige Milch.

Die Moral von der Geschicht: Man kann einfach nicht planen. Jedes Kind ist anders. Jedes Kind hat individuelle Bedürfnisse. Darauf sollte man als Eltern natürlich eingehen und nicht strikt nach Plänen und Vorschriften gehen. Und das finde ich völlig okay! Alternative Wege sind doch nicht schlechter als die ursprünglichen. In Bezug auf Milchnahrung: Die ist schließlich auch mit allem versehen, was ein Baby braucht, streng kontrolliert und zudem sehr sättigend. Auch nicht unwichtig: Schluss mit den Schmerzen an den Brustwarzen, Schluss mit alle zwei Stunden aufwachen (denn der Mann schläft durch die fertige Milch durch), und ich kann wieder essen, worauf ich Lust habe. Ach ja: Wein, Sekt und Co. muss ich auch nicht mehr meiden, hehe. Nicht das Schlechteste!

Jede Mama, wie sie möchte

Als ich dann anderen Mamas erzählte, dass es mit dem Stillen nicht klappt, war ich echt überrascht: Viele hatten es selbst nicht getan, gekonnt oder gar gewollt. Ich stehe also nicht alleine da. Und muss mir auch kein schlechtes Gewissen machen. Das kann ich auch nur an alle Mamas weitergeben: Macht euch wegen des Stillens bitte nicht verrückt! Vor allem: nicht kaputt. Wenn es super klappt, ist das natürlich toll. Wenn ihr aber auf dem Zahnfleisch geht, hat doch niemand etwas davon. Weder Mama noch Kind noch Papa (der die Laune der Mama ertragen muss). Ich finde, die Alternative Milchnahrung ist keine schlechte! Unser Mini-Mann zumindest mag sie sehr gerne, wird schön satt und entwickelt sich prächtig. Hautprobleme gab es seither ebenfalls nicht mehr.

Warum also einen Weg gehen (in jeglicher Hinsicht!), der weder Mama noch Baby gut tut? Ich sehe das nicht so eng und finde, dass jede Mama den Weg einschlagen sollte, der beiden Seiten gefällt. Das erste Jahr gibt es doch schon genügend Stolpersteinchen, genügend Stress, genügend Umstellungen, da sollte die Ernährung nicht dazu gehören!

Wie seht ihr das? Zieht ihr Pläne um jeden Preis durch? Oder lasst ihr Dinge eher auf euch zukommen? 

2 thoughts on “Pläne? Pustekuchen!

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