Familienstress? Ich nehm’s gelassen!

Ich bin angekommen. Angekommen in der Familien-Realität. Nach dem ersten halben Jahr als Mama, in dem man alles durch eine rosarote Brille sieht, seh ich jetzt – nach zehn Monaten Mama-Sein – durch die glasklare Brille. Ich sehe, dass man mur mit Liebe und Knutschiknutschi nicht weit kommt. Und das Kind das auch gar nicht will. Man hat nun eine große Verantwortung. Für die Zukunft des Kindes. Und die der eigenen Familie. Muss Strukturen schaffen, auch mal durchgreifen und konsequent sein. Aber gleichzeitig auch mal lernen gelassen zu sein.

Die ersten Monate als Mama schwebt man ja irgendwie auf einer Wolke. Da liegt dieses süße kleine Wesen vor dir und guckt dich mit seinen Kulleraugen an. Will kuscheln, Nähe, Liebe. Toll! Der Papa ist auch noch ganz verliebt und umsorgt Mama und Kind. Hach ja, kein Wunder, dass man als Mama in der ersten Zeit high ist. Babyhigh. Dann kommt aber die Zeit, in der die kleinen Mäuse nicht mehr nur noch kuscheln wollen. So gar nicht. Sondern die Welt entdecken. Krabbeln, laufen, Blödsinn machen. Und dann merkst du: vorbei mit der Ruhe. Jetzt geht’s los! Los mit Erziehung, los mit Stress, los mit Regeln, los mit dem Aufrechthalten des perfekten Familienlebens.

Unnötige Streitereien

Papa zieht sich natürlich schön aus der Affäre, weil er ja Geld verdienen muss. Klar. Kommt nach Hause, erwartet, dass das Essen schon auf dem Tisch steht, die Wohnung blitzeblank und das Kind glücklich und zufrieden ist. Ich weiß, das klingt jetzt nach den typischen Mama-Problemen. Und ich weiß auch, dass viele Frauen genau das kennen. Aber muss das immer so strikt nach Plan laufen? Müssen wir uns immer den Stress machen, dann noch streiten, weil wir Mamas 24/7 arbeiten und verantwortlich sind und uns ärgern, dass die Kids nicht so spuren, wie wir wollen, und auch der Mann noch zusätzlich Stress macht? Nö. Müssen wir nicht.

Ich denke auch immer: Ich muss doch die perfekte Mama und Hausfrau sein, alles muss so sein, wie man sich das vorstellt. Aber das muss es echt nicht! Denn an erster Stelle kommt die Zufriedenheit. Dann kommen Sauberkeit und Co. Also habe ich aufgehört, meinen Freund anzugehen, wenn er mit dreckigen Schuhen in die saubere Wohnung kommt. Oder mal wieder erst mitten in der Nacht von der Arbeit kommt. Oder sich mal wieder vorm Windelwechseln drückt. Egal! Ich mach das schon. Aber zu meiner Zeit und nach meinem eigenen Rhythmus. Den Stress machen wir uns oft selbst. Wenn wir gelassener werden, werden auch die vermeintlichen Probleme kleiner.

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Erwartungen runterschrauben – auch die an uns selbst

Ich bin dankbar über meine Familie. Über meinen beiden gesunden Männer. Da habe ich keine Lust mich immer über Kleinigkeiten zu ärgern oder Streit zu suchen. Ich mache das jetzt anders. Ich schraube meine Erwartungen runter und denke realistischer: mit Kind, Freund, Blog und anderen Verpflichtungen ist es auch mal okay, etwas nicht so zu schaffen, wie ich das früher gekonnt hätte. Oder wie ich mir einrede, dass es laufen müsste. Für alle Mamas, die genau so perfektionistisch sein wollen und versuchen zu sind: Macht euch nicht kaputt! Und lest doch mal die Fibel der Gelassenheit. Das hilft!

Da heißt es: „Der Anspruch ist einfach zu hoch. Wenn ich mir einrede, ich müsste immer geduldig, immer die Ruhe selbst, immer fröhlich sein, dann kann ich das im Alltag mit Familie nicht halten. Und der Anspruch führt zu Schuldgefühlen, Enttäuschung über sich selbst und Erschöpfung. Völlig ausgebrannt verlieren wir uns in Machtkämpfen. Wenn wir sehr angestrengt sind, dann nicht, weil wir so viel Arbeit haben, sondern weil wir mit der Arbeit etwas über uns beweisen wollen. Das macht es so anstrengend. Wir wollen alles richtig machen und immer alles unter Kontrolle halten. Das geht mit Kindern nicht und im Leben sonst auch nicht. Und das ist gut so.“

Das Leben darf auch mal einfach sein!

Mal die Kontrolle zu verlieren, mal nicht seine Arbeit perfekt zu schaffen, mal alles liegen lassen und Spaß haben: Das macht doch das Leben aus! Und ich will damit nicht sagen, dass man wie im Saustall leben soll. Oder dass Kinder keine Regeln und Konsequenz brauchen. Die brauchen sie! Aber:

„Erziehungsmethoden können auf einer oberflächlichen Ebene hilfreich sein. Im Kern aber geht es um die Liebe zum Kind und zu sich selbst.“ Und da kann ich nur zustimmen. Denn ein gesundes Familienleben, ein gesundes Verhältnis zum Leben und zu sich selbst sorgt doch automatisch dafür, dass man zufrieden ist und auch sonst alles läuft. Also müssen wir lernen mal loszulassen von den Vorstellungen eines „perfekten“ Familienlebens und einfach mal durchatmen und wissen, dass auch bei anderen nicht immer alles glatt läuft. Und das gar nicht muss. Es braucht einen Mix aus Strenge und Lockerheit, aus Regeln und Spiel, aus Konsequenz und Liebe. Denn genau diese etwas lockere Einstellung macht doch das Leben schöner und gelassener und leichter! Und ein leichtes Leben ist ein zufriedenes. Oder was sagt ihr?

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Auszüge aus der „Fibel der Gelassenheit“ von Uta Allgaier und Sabine Frielinghaus

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